Die Autoren

Ana Lieven

Die gebürtige Hamburgerin Ana (Jahrgang 1969) hatte gerade ihr Abi in der Tasche, als die Mauer fiel. Während des Studiums in Hamburg verbrachte sie viel Zeit in den damals neuen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Sie sieht sich selbst als West-Ost-Mischung denn mittlerweile hat sie mehr Jahre im ehemaligen Osten als in Hamburg gelebt. Ihr Studium finanzierte sie durch ihre Arbeit als Selbstständige, nach Abschluss ihres Diploms gründete sie eine Firma. Derzeit ist sie leitende Angestellte und nebenbei zusätzlich selbstständig tätig.

Sie hat in ihrem Leben Häuser umgebaut, Kinder geboren und Bäume gepflanzt, geheiratet und sich scheiden lassen. Mittlerweile sind ihre zwei Kinder erwachsen und aus dem Haus. Daher hat sie neben ihrem erfüllenden Job Zeit und Lust, sich auf ihre eigenen Bedürfnisse zu besinnen und ein wiedergefundenes Leben jenseits von Arbeit und Kindererziehung zu genießen. Dazu gehören neben der Neuentdeckung der eigenen Sexualität und dem Ausleben der Kreativität im Kochen und Schreiben auch Sport und Reisen.

Tom Lieven

Tom (Jahrgang 1963) ist gebürtiger Hamburger. Nach dem Zivildienst in Hamburg hat er ein naturwissenschaftliches Studium mit Diplom abgeschlossen. Bereits im Studium hat er sich selbstständig gemacht und arbeitet seitdem als Berater für Firmen und staatliche Stellen in zum Teil prominenten Projekten. Schon seit 1990 ist er sowohl in den alten als auch den neuen Bundesländern tätig und fühlt sich gesamtdeutsch.

Geheiratet hat er nie, aber seine Ana liebt er seit nunmehr 35 Jahren. Immer wieder hat es in der Zeit zwischen ihnen gefunkt, aber erst seit zwölf Jahren sind sie zusammen. In dieser Zeit hat er sich mit um die Kinder gekümmert und ist bis heute gut mit ihnen befreundet.

Tom kocht, seit er zehn Jahre alt ist, weil er musste. Daraus ist dann Hobby und später Passion geworden. Das Kreieren immer neuer Geschmäcker abseits des Mainstreams betreibt er mit Ehrgeiz.

Seine Interessen sind vielfältig, ob Kunst, insbesondere Impressionismus, Expressionismus und Surrealismus, oder Fitness und Laufen oder das Reisen abseits ausgetretener Pfade.

Gemeinsam haben Tom und Ana die Swingerei vor einigen Jahren begonnen und aus vielen Erlebnissen sind nach und nach profunde Erfahrungen geworden.

So begann die Autorentätigkeit

Als Ana 2014 auf Empfehlung einer Freundin Fifty Shades of Grey las, stellte sie schnell fest, dass ihr weder Stil noch Story sonderlich gefielen. Tom, ebenfalls neugierig auf das Buch, kam an einem Sonntagmorgen zum selben Ergebnis.

Ana: »Ich meine, wer will denn solche Märchen lesen?«

Tom: »Offenbar ganz schön viele Menschen, wenn man betrachtet, wie häufig sich das verkauft und dass es sogar verfilmt werden soll.«

Ana: »Ja, zugegeben. Aber es ist doch wirklich kaum realistisch. Warum gibt es eigentlich keine Bücher über ganz normale Leute und deren sexuelle Entwicklung? Und warum gibt es keine Bücher, die Sex gleichberechtigt aus beiden Perspektiven schildern, männlicher und weiblicher?«

Tom: »Vielleicht, weil es bisher niemand geschrieben hat?«

Ana: »War das jetzt als Aufgabe gemeint?«

Tom: »Nö, eher als Ansporn.«

Ana: »Aha, und wann fangen wir an?«

Tom: »Vielleicht nachdem wir Sex hatten?«

Und so fing es an – also nach dem Sex. Zunächst haben wir Ideen gesammelt, gerne und oft in der Kristalltherme in Ludwigsfelde südlich von Berlin. Daraus haben wir dann erste Textversuche erzeugt, manche wieder verworfen, andere erhalten, weitere umgeschrieben, bis der Sprachduktus gefunden war. Sexszenen entstanden erst im Kopf, dann in der Praxis, schließlich als Text – naheliegenderweise meist in erregten Momenten, aber auch mal im Chat.

Schnell wurde klar, dass es nicht um Autobiografisches gehen sollte, sondern um reine Fiktion. Sicher, die eigene Lebenserfahrung ist natürlich wichtig, wenn es zum Beispiel um Fragen von Kondom- oder Analplug-Größen geht, aber darüber hinaus haben die handelnden Personen keine Bezüge zum Leben von Ana und Tom.

Da das ganze Projekt in der Freizeit, also neben der Arbeit entstehen musste, war an kontinuierliches Schreiben nicht zu denken. Das passierte eher anfallsweise, wenn mal weniger im Job los war oder im Urlaub; manchmal auf Bahnfahrten, manchmal in einer Arbeitspause.

Aber dann, einige Lebensereignisse und Schreibpausen später, kam 2019 der Endspurt. Wichtig war für uns, die Geschichte in einen realistischen Kontext einzubinden, fernab von den märchenhaften Erotikromanen, die es zuhauf gibt, daher waren eben auch Recherchen nötig.

Zum Beispiel über das Jahr 1998, in dem ein Teil der Handlung spielt. Da gab es kein überall verfügbares Internet und auch keine Smartphones. Zur Orientierung kaufte man sich noch Stadtpläne. Es gab die D-Mark und keinen Euro. Die digitale Revolution startete gerade im Hamburger Schanzenviertel und E-Mails waren keineswegs gängig, sondern Telefaxe waren die Norm. Große Teile von Berlin Mitte und angrenzenden Vierteln im Berlinger Osten waren großflächige Sanierungsgebiete, in denen Wohnungen und Gewerberäume sehr günstig zu erwerben waren. Die Regierung zog aus Bonn nach Berlin um.

Sexspielzeug ist nicht gleich Sexspielzeug. Auch da waren gründliche Recherchen nötig. Die allermeisten haben wir zum Glück schon vor Beginn des Schreibens erarbeitet und konnten so auf Erfahrungen aufbauen, aber einiges war uns neu und wir haben es erstmal ausprobiert, denn wer über Sexpraktiken schreibt, sollte diese auch kennen, finden wir. Wir glauben, dass das zur Authentizität dazu gehört. Das ist übrigens einer der schönsten Aspekte des Entstehungsprozesses unserer Bücher.

Es kommt im Buch ein Sexshop vor, der eher einem Erotikpalast gleicht. Das ist vollkommen realistisch. Die gesamte Erotikszene hat sich sehr zum Positiven gewandelt. Es gibt mittlerweile Boutiquen mit hochwertigen Angeboten in Hülle und Fülle. Auch sachkundige Beratung wird großgeschrieben, zumindest in vielen Läden. Das haben wir natürlich auch getestet.

Swingerclubs kennen wir aus eigener Anschauung. Insgesamt haben wir bisher über 20 verschiedene besucht. Dazu kommen Swinger-Events außerhalb von Clubs, zum Beispiel in einem Schloss.

Ach ja, und wenn wir schreiben, dass es ein warmer und sonniger Tag war, dann nur deshalb, weil es so war.

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